Tourtagebuch von Torsten
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17. März 2001: Uelzen, Schillers

Liebes Tourtagebuch!

Heute ist schon wieder Sonntag, der GTK-Ausflug schon wieder vorbei und ich schon wieder verrotzt! Dabei habe ich doch die ganze Zeit Zitronen gegessen... quel jour tristigris...

Aber gestern war's super. Nachdem wir die Sales-Managerin sicher in ihre elterliche Trutzburg verbracht hatten und selber fast Opfer der koberschen Gastfreundschaft, Fußbodenheizung und Schmusekatzigkeit geworden wären, konnten wir uns gerade noch rechtzeitig losreißen, um gestärkt in die schöne "Uhlenköper-Stadt", wie wir Heimatpfleger gerne zu sagen pflegen, zu pesen. Merle Randale bewies ein letztes Mal, dass man in einer Tischlerlehre zwar nicht viel, aber doch eins lernt, nämlich einen Kleinbus zu steuern. Ein Fruchtkompliment dafür, nur was war das für Kack-Dreck-Hippie-Scheiß-Musik, die da die ganze Zeit im Bus lief? Mann, Punkbands im Tourbus lesen Scumfuck oder Happy Weekend und hören entweder die neue Anfall oder die Zwangsversteigerten Doppelhaushälften!!! Wer das nicht weiß...

Als wir dann im (S)Chiller's Musikcafé ankommen, wird die Musikberieselung aber unausstehlich. Wir tragen die Verstärker unter schwerstem Rammstein- und Tanzwut-Beschuss rein und schnell wird auf den Gesichtern sichtbar: Alter! Thekenscherge! Mach den Scheiß aus! Alter versteht sich jedoch nicht so sehr auf die Kunst des Mimiklesens und so muss Anne Orgel ein Machtwort sprechen: "OMNIDOR ain't nuthin' to FUCK wit'!!! Spiel was Freundliches!" Diese unverhohlene Drohung macht den DJ schwitzen und eine Sekunde später läuft NOFX. Sehr gut.

Soundcheck: Schnell und professionell, wie sich das gehört. Ich frage mich wieso die Grätenkinder noch auf's Klo gehen...

Dann gibt's Falafel und Labberfettschwammpommes bei Schnell am Imbiss Kino und als Nachtisch endlich Blasengummi.

Zurück im Schiller's hat sich die Zuschauerzahl von drei auf fünf erhöht und es strömen immer mehr rein, so dass man denken muss Das Boot ist voll. Wir hängen noch etwas rum, kickern, Merle kriegt ein paar schöne Dinger eingeschenkt (Mehr Tränning!) und nach und nach kommen sogar wirklich ein paar Gäste, die aber in kürzester Zeit am Tresen festwachsen. Vanessa-Superstar, die zwar keiner von uns kannte, die aber ihr Erscheinen im Omnidor-Gästebuch schriftlich angekündigt hatte, war als einzig(st)e Besucherin in adäquater Kleidung gekommen, nämlich mit amtlicher Schlabbertränningsjacke. Dankeschön. Ach nee, da war noch einer mit einer Motorradclub-ACDC-Kutte... - der war auch amtlich.

Als endlich um 1000 Uhr die H-Street-Posse feat. Diana Scheiße aus Braunschweig eintraf, konnte der Spaß losgehen. GTK-Frontman Chrissi sah trotz Vetternwirtschaft umwerfend aus, Anne machte trotzdem einmal ein Zeichen mit der Hand zu ihm und Heine ist sowieso der Sexgott. Diese ungezügelte Wildheit! Aber ich will hier nicht weiter erotisieren, liebes Tourtagebuch, nur eins noch: Flori ist auch der Sexgott und wenn er nicht Deo benutzen würde, würde ich vermutlich schwach werden. Dies schien Merle zu ahnen und warf ständig mitten in den Liedern ihre Sticks nach dem Handwerkergitarristen, um ihn an seinen aufreizenden Posen zu hindern. Trotz verständlicher Eifersucht sollte sie sich nicht zu solchen Kindereien hinreißen lassen, mein Herz gehört ja nur ihr allein... Damit Merle in Zukunft nicht mehr als Ausrede sagen kann, die Trommelstöcke seien ihr aus der Hand gerutscht, habe ich mir überlegt, dass ich ihr mal BMX-Rad-Griffe schenke. Das hilft bestimmt und sieht lange nicht so bescheuert aus wie Schlagzeughandschuhe...

"aaah...Hilfe!...mir is schlecht...ich muss kotzen...und zwar ganz kategorisch und ohne zu erklären...." (O-Ton Flori)

Der Auftritt war okay-hey für die anwesenden Fans; schade nur, dass so viele Leute an der Theke hocken mussten. 1:0 für die Ostpocken (ups!).

Heimfahrt: Ich kann dir jetzt nicht schreiben, liebes Tourtagebuch, weil ich das Lenkrad festhalten muss. Es regnet und schneit. November im März.

Auf einem Parkplatz an der B4 öffnet Flori noch rasch seine Hose, hilft einem einsamen Mann und als dieser bedient ist, sind wir auch schon bald im B58, unserer Homebase, wo wir immer wieder gerne mal aufschlagen. Leider wurde dann noch beim versehentlichen Rückwärtsfahren auf dem Hof der eine oder andere Straight-Edger vom Bus zerquetscht. 'Tschuldigung, aber ich dachte, ich wäre im Ersten...

Es ist um vier, als ich mich in mein Bett lege und von zwei schönen Tagen mit meinen Freunden träume. Sie sind die Besten und außerdem sind sie die, die es gibt... Und darum bleibe ich meinen Freunden treu und wische mir jetzt mal den verdammten Rotz und die Tränen aus dem Gesicht, die da rauslaufen, seit ich ebend zum ersten Mal richtig in Ruhe die neue Grätenkinder-CD angemacht habe.

Trotz Zitronen, ts-ts-ts.

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